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Latein lebt

„Latein lebt“ - wer glaubt denn so was?

Nun ja, spätestens nach unserem erlebnisreichen Besuch im Römischen Museum Augsburg ist uns Latein Lk’lerinnen klar geworden, dass man mit dieser Aussage keineswegs allein dasteht.

An einem verregneten Donnerstag, am 25. Oktober 2007, kamen 14 Schülerinnen, eskortiert von nicht weniger als vier erwartungsfrohen Lehrkräften – Fr. Vilsmeier, Fr. Schimpke, Fr. Unmann und Fr. Aschenbrenner – in den altehrwürdigen Hallen des Römischen Museums an, welche im Rahmen der Aktion „Geistreiches Augsburg“ Latein greifbar machen wollte.

Viele von uns stellten sich auf einen sehr informativen, wahrscheinlich aber auch eher „verstaubten“ Vortrag über römische Kultur und das antike Leben ein. Jedoch schon als wir das Foyer betraten, in dem sich eine Schar von Latein Lk’lern und Lk’lerinnen von diversen anderen Gymnasien drängte, wobei jeder ein kleines Ringbuch in Händen hielt, schwante uns, dass dies wohl mit mehr eigenständiger Aktivität verbunden seine könnte, als manchen von uns anfangs lieb war. Der Dinge harrend, die da kommen mochten, wurden wir in einen kleineren Vortragsraum geführt, wo sich uns die Leiter der Aktion „Greifbares Latein – römische Inschriften in Augsburg“ vorstellten, die uns durch den Vormittag geleiteten: Prof. Dr. G.Weber von der Universität Augsburg, der Museumsleiter Dr. L.Bakker und die Studenten Judith Grinbold und Robert Eberlein.

Zu Beginn wurden wir in die Epigraphik, d.h. speziell in die lateinische Inschriftenkunde eingeführt und über deren häufigste Arten informiert; diese reichen von den „fasti“ (Kalender) über „tituli honorarii“ (Ehreninschriften) bis hin zu den „miliaria“ (Meilensteine), die z.B. die Entfernung zur nächsten Stadt, den kaiserlichen Bauherrn und dessen Titel benennen.

Erheiterung lieferten die „tituli scarifati“, welche unseren Graffiti gleichkommen und die oft „ungewollte“ Einblicke in das politische und gesellschaftliche Alltagsleben der Antike geben, jedoch keine allzu großen Unterschiede zu beispielsweise Liebesbeteuerungen unserer Zeit aufweisen.

Nach einem anschließenden Rundgang und ausgestattet mit diesen und vielen anderen Informationen machten wir uns nun in Gruppen, im wahrsten Sinne des Wortes, selbst an die Arbeit und übten uns im Übersetzen einzelner Steintafeln, -säulen oder Grabmäler. Wir vermaßen den Stein und die Buchstaben, rätselten über Lücken in den Inschriften und entschlüsselten immer mehr der Jahrtausende alten Schriftstücke.

Als schließlich alle Gruppen ihre Inschrift entziffert hatte, stellten wir uns gegenseitig unsere Ergebnisse kurz vor (wobei mancher ein geradezu mitreißendes, rhetorisches Talent an den Tag legte).

Nach diesem heiteren Abschluss machten wir uns noch auf einen zügigen Rundgang durch die Stadt, der einige römische bzw. aus deren Kultur stammende Kunstwerke beinhaltete und uns die mythologischen Wurzeln manches oft gesehenen Brunnens der Maxstraße wieder vor Augen hielt.

So abwechslungsreich und spannend hatte sich wohl keiner von uns den Museumsbesuch vorgestellt. Da kann man nur sagen: „Latein lebt“ – wirklich!

K13 Latein Katharina Scherer, Franziska Summer