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Avi Primor stellte sich den Fragen Augsburger Schüler und Schülerinnen

„Mit Deutschland wollten wir nie wieder etwas zu tun haben.“ Bei diesem Satz mussten die Jugendlichen erst einmal schlucken. Avi Primor, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, blickte bei einer gemeinsamen Veranstaltung für Oberstufenschülerinnen und -schüler der Gymnasien Maria Ward, Stetten und St. Stephan im Kleinen Goldenen Saal auf 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen zurück und sprach über das nicht immer einfache Verhältnis beider Staaten und die aktuelle Nahostpolitik. Anschließend stellte er sich in einem Podiumsgespräch den meist kritischen Fragen von sechs Schülerinnen des Stetten-Instituts und des MWG. Bei diesem offenen Austausch standen der Nahostkonflikt und besonders die Frage nach seiner Lösung im Mittelpunkt. „Aus meiner Sicht müssen wir alle besetzten Gebiete räumen, keine Siedlungen mehr bauen und Landaustausch betreiben“, fand Primor deutliche Worte. „Außerdem muss sich die internationale Staatengemeinschaft einschalten.“ Der Diplomat stimmte mit den Schülerinnen auch darin überein, das die Sperranlagen zwischen Israel und dem Westjordanland großes Unrecht seien und eine friedliche Lösung verhinderten. Das Knüpfen von Kontakten, Schüleraustausch, Städtepartnerschaften, also Begegnungen jeder Art, seien die Wege zu freundschaftlichen Beziehungen, wie sie heute zwischen Deutschland und Israel bestehen. Der Dialog mit einfachen Menschen statt der ausschließlichen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen lasse Zusammenarbeit am besten fördern. 

D. Decker